Gundula's Blog

Zuckergehalt im Pferdeheu messen – Hufrehe vorbeugen und Stoffwechsel entlasten

Warum der Zuckergehalt im Heu für Hufrehe-Pferde entscheidend ist

Mein kleiner Hufrehe-Patient Pinuu beschäftigt mich immer noch – insofern, weil man bei manchen Dingen besonders aufpassen muss, während man andere ein wenig vernachlässigen kann.

Was ich auf alle Fälle beobachtet habe: Stress wirkt sich bei ihm sehr ungünstig aus – also versuche ich, zwar liebevoll konsequent zu sein, aber extrem darauf zu achten, dass ich die Situation wieder auflöse – was man ja grundsätzlich immer sollte!

Damit meine ich, Pinuu wieder in eine Entspannungshaltung (Kopf tief) zu bekommen und auch sein Mäulchen genau im Visier zu haben. Ist dieses fest und angespannt, ist auch der Körper angespannt; ist es locker, werden Ober- und Unterkiefer nicht aufeinander gepresst (bestenfalls sogar etwas kauend, wie man gemütlich auf einem Kaugummi herumkaut) – dann ist auch der Körper und sein emotionales „Kostüm“ entspannt.

Stress, Cortisol und Stoffwechsel: Was bei reheanfälligen Pferden mitspielt

Unter Stress scheidet der Körper Cortisol aus, ein körpereigenes Cortison. Und da ich vermute, dass seine Cortison-Gabe auch einen Teil dazu beigetragen hat, dass er die Symptomatik der Rehe entwickelt hat, scheint es mir logisch, dass man Stress so gut wie möglich vermeiden soll – was bei einem Charakterpferd und Pferd an sich als Fluchttier echt eine Aufgabe ist. 😊 Denn Medikamentengabe oder auch Hufe nach wie vor zu kühlen gehören nicht zu seinen Lieblingsaufgaben.

Mit dem Refraktometer den Zuckergehalt im Heu selbst bestimmen – Schritt für Schritt Anleitung

Nachdem auch immer wieder beschrieben wird, dass zu reichhaltiges Heu – mit zu viel Zuckergehalt - die Situation nicht gerade bessert, habe ich mir ein Refraktometer bestellt. Damit kann man den Zuckergehalt des Heus selbst messen – sehr informativ und spannend! Es ist auch gar nicht so schwer: Man nimmt 50 g Heu, mit der Waage abgewogen, aus verschiedenen Stellen des Heuballens, gibt es mit 50 ml Wasser z.B. in ein verschließbares Plastik Sackerl zum Verschließen z.B. mit Zipp, knetet es gut durch und beschwert es mit einem Katalog oder etwas ähnlichem.

Das Ganze lässt man eine Stunde stehen. Danach gibt man ein bisschen von dem durchweichten Heu in eine Knoblauchpresse, presst es und gibt davon ein, zwei Tropfen in das Refraktometer – schon hat man den Zuckergehalt dieses Heus.

Heu mit zu hohem Zuckergehalt – sinnvolle Maßnahmen wie Auswaschen oder Mischung mit Futterstroh

Laut meinen Recherchen sollte der Zuckergehalt für nicht anfällige Pferde bei 10% liegen, bei Pferden wie Pinuu bei ca 6%. Unseres war natürlich zu hoch. Jetzt könnten wir das Heu auswaschen und so den Zuckergehalt minimieren. Doch wir haben uns entschlossen, die Heuraufe mit einer Mischung aus Heu und Futterstroh zu mischen. So muss er ein bisschen herumklauben und kann nicht gleich ein ganzes Mäulchen voll Heu nehmen – dadurch ist er auch ein bisschen beschäftigt 😊

Ich glaube, dieses Thema wird mich noch eine Zeitlang beschäftigen, und ich schreibe Euch gerne von meinen Überlegungen. Wenn Ihr Erfahrungen, Erkenntnisse gewonnen habt, schreibt mir gerne. Ich bin über jede Anregung dankbar.

Eure Gundula

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