Sitzananalyse
Gundula Lorenz mit ihrem Pferd Fabiola
Gundula's Pferd Chicco
Gundula's Pferd Fabiola
Gundula's Pferd Chicco & Gundula

Wenn das eigene Körpergefühl trügt …

Wer Reitsport betreibt, sollte sich auch mit seinem eigenen Körper & Körpergefühl auseinandersetzen ... / Foto: Anja Blum Pferdefotografie

Es heisst: Reiten lernst Du , wenn Du sehr viele verschiedene Pferde reitest. Dem stimme ich zu – ich würde sogar behaupten: Reiten lernst Du, wenn Du mehrere Pferde ausbildest und sie alle in ihre volle Größe und in ihren Glanz bringst. Damit meine ich, jedes in seiner Art individuell zu fördern und es zum „Strahlen“ zu bringen.

Unter dem Sattel ist es ganz normal, dass man erst mal in die Bewegung des Pferdes reinspürt und erst dann versucht, sie mit der Bewegung des eigenen Körpers zu formen.

Ein Beispiel:  Wenn wir am Pferd sitzen und Schritt reiten, wird unser Becken durch die Bewegung des Pferdes bewegt. Im Laufe der Ausbildung möchte ich mit meiner Beckenbewegung die Qualität der Pferdebewegung formen. Und genau dafür ist es soooo wichtig, seinen Körper möglichsst gut zu kennen bzw. zu fühlen – und auch zu wissen, wie ich gezielt eine Bewegung ansteuere.

Wenn da nicht diese Gewohnheiten und eingeschliffenen Muster wären…

Meine liebe Stute Fabiolla, die ja letztes Jahr an einer Kolik verstorben ist, hatte immer wieder eine Beckenthematik. Ihr rechtes Becken war sehr oft etwas tiefer – das konnte ich mit gezieltem Training am Boden und auch mittels meiner Hilfengebung im Sattel aber immer korrigieren.

Die Krux war nur: Wenn ich das Gefühl hatte, dass ihr Becken sich in der Bewegung gleichmäßig bewegte – war sicher das rechte tiefer. So lernte mein Körper gleichsam instinktiv: rechte Beckenbewegung des Pferdes tiefer bedeutet „gerade“ (was natürlich nicht zutraf).

Da ich immer wieder mit einem Sportwissenschafter an mir bzw an meinen körperlichen Bewegungen arbeitete, um an meinen reiterlichen Fähigkeiten zu feilen – sprich: an meiner Mobilität und Stabilität, am Gefühl, wie setze ich meinen Körper ein und wo habe ich gerade ein Defizit, wie kann ich dieses ausgleichen – entdeckte ich glücklicherweise mein „falsches“ Gefühl.

Zwischendurch verwendete ich auch eine Satteldruckmessplatte auf einem normalen Sattelbock und konnte so überprüfen, ob das, was ich „meinte“, auch so am Pferderücken ankam.

Und siehe da: Immer, wenn ich glaubte, dass ich links mehr belaste und rechts weniger, war ich in der Druckverteilung rechts und links exakt gleich – also musste ich bzw. mein Körper umlernen! Es ist einigermaßen mühsam und langwierig, damit dies wieder „ins Lot“ kommt – aber es ist unumgänglich. Also – auf geht’s!

Warum schreibe ich Euch dies? Weil ich mir sicher bin, dass diese Erfahrung nicht nur ich mache. Ich habe aber das Glück, einen Sportwissenschafter zu haben, der mich unterstützt und auch mal von außen draufsieht.

Ich kann nur jedem, der im Reitsport aktiv ist, empfehlen, sich auch mit seinem Körper auseinander zu setzen! Auch wenn Umlernen sich anfangs nicht gut anfühlt, ist es für meine weiteren Pferde von enormer Wichtigkeit! Denn sonst würden sie durch mich und mein „falsch“ kalibriertes Gefühl schief werden.

Solltet Ihr Unterstützung oder Rat brauchen, könnt Ihr Euch gerne bei mir melden (E-Mail: office@equinopathie.at).

 

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