Sitzananalyse
Gundula Lorenz mit ihrem Pferd Fabiola
Gundula's Pferd Chicco
Gundula's Pferd Fabiola
Gundula's Pferd Chicco & Gundula

Aufbruch in unser neues Zuhause

Jetzt ist es ca. zwei Wochen her, dass die Pferde bei uns am Hof einzogen. Ganz ehrlich: Es war eine sehr aufregende Zeit, und ich war mit tausend Dingen so beschäftigt, dass ich erst jetzt – beim Schreiben dieses neuen Blogs – das Ganze so richtig reflektieren kann.

Zuerst war mein alter Herr, Chicco, dran. Er war schon auf vielen Turnieren – und auch Hänger-Fahren war ihm bekannt – trotzdem war ich aufgeregt.

So vereinbarte ich mit meinem Mann, dass wir uns im ehemaligen Stall trafen und er hinter mir herfuhr. Chicco war verladebereit, als mein Mann mit seinem Auto gerade erschien. Und schwups ging er auf den Hänger, ohne auch nur irgendwie nachzudenken.

Lächeln musste ich, als seine alte Angewohnheit wieder mit ihm durchging: Als alles abfahrbereit war und die Türen und Klappen des Hängers geschlossen, begann er zu scharren – so nach dem Motto „BITTE losgeht's!“

Am Zielort angekommen stieg er mit einer Selbstverständlichkeit und Ruhe aus, die unnachahmlich ist – und begutachtete sein neues zu Hause: So ist er eben, mein alter Chicco 😊! Nur nebenbei erwähnt: Er wurde ca. zehn Minuten von unserem Hof entfernt geboren, bei einem alten Pferdebauern namens „Scheipl“. Ob er wohl das Gefühl hatte, als würde er wieder heimkommen?

Er blieb übrigens nicht lange alleine, denn zwei Einstellerinnen aus der Umgebung ritten oder spazierten mit den Pferden zu uns.

Doch weiter gings an diesem Tag zu unserem kleinen Sorraia Mustang, der auch an diesen Tag sein neues zu Hause beziehen dürfte. Ein entzückender Kerl, der genau weiß, was er will. Wenn du in seine Augen siehst, hast Du das Gefühl, du siehst bis ins sein Herz hinein. Für ihn war die Umstellung sicher größer, da ja alles neu und fremd war – sogar ich. Umso mehr freut es mich heute, dass er , wenn ich auf den Auslauf komme, immer gleich ein Auge auf mich hat und genau im Bilde ist, was man macht.

Wir bauen gerade mit Bodenarbeit gegenseitiges Vertrauen auf. So ist es zum Beispiel, dass beim Verlassen des Viereckes die Hufe ausgekratzt werden. Wo er meint: Nö! Und ich ihn wieder an die gleiche Stelle stelle und ihm nochmals erkläre: Bitte stehen und Hufe geben!

Ganz ehrlich, ich habe nicht mitgezählt, wie oft wir das gemacht haben. Aber es war einige Male. Ich danke meiner Stute Fibi, dass sie mir so viel Geduld beigebracht hat und ich das Ganze sehr mit Humor nahm.

Dies ist u.a. mit ein Grund, warum ich den kleinen Sorraia von Canto auf Pinuu umtaufte. Pinuu ist ein indianischer Name und bedeutet „ICH BIN ICH“.

Samstags ging’s dann weiter nach Oberösterreich, um Smiley abzuholen – und wieder war ich ziemlich aufgeregt. Smiley würde seinen Erzählungen als sensibles Pferd gerecht. Er merkte wohl, dass eine Veränderung auf ihn zukam und wollte nicht gleich einsteigen. Wahrscheinlich lag es aber auch daran, dass seine vorige Besitzerin auf der einen Seite sehr traurig war und auf der anderen sich für ihn freute, dass er auf einen guten Platz kam.

Doch auch das meisterten wir!

Nachdem alle so gut wie neu auf unserem Hof waren, durften sie am nächsten Tag gleich alle zusammen in den Auslauf. Ich habe lange überlegt, ob ich zuerst Grüppchen machen sollte und diese erst zusammen gewöhnen und dann alle zusammen.

Mein Bauchgefühl sagte es mir anders – und es funktionierte großartig. So entstanden neue dicke Freunde und ganz ehrlich, auch ich genieße es, die Pferde bei mir zu haben. Jedes einzelne hat seinen Platz in meinem Herzen, und manchmal habe ich das Gefühl, dass auch mein Stütchen Fibi hier bei uns ist …

 

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