Sitzananalyse
Gundula Lorenz mit ihrem Pferd Fabiola
Gundula's Pferd Chicco
Gundula's Pferd Fabiola
Gundula's Pferd Chicco & Gundula

Korrektes Training schützt die Pferdegesundheit!

Dieses Mal möchte ich Euch von einem Erlebnis erzählen, das auch mich nach Jahrelanger Arbeit auf meinem Gebiet noch erstaunt hat.

Ich wurde zu einem Haflinger gerufen, um beim Training zu unterstützen. Wie immer erkundigte ich mich nach der Vorgeschichte und nach Problemen, die dem Besitzer besonders auffielen.

Wie sich herausstellte, war bei diesem Wallach Kotwasser ein großes Thema. Ihr fragt Euch sicher, was hat Kotwasser mit Training zu tun. Naja, auf den ersten Blick nicht viel – aber wenn man näher hinschaut, schon eine ganze Menge (siehe auch meinen früheren Blog „Ursachen und Folgen von Magenproblemen beim Pferd“).

Wir begannen mit Aufwärmen vom Boden aus. Da gab es ein paar Kleinigkeiten, aber nichts, was mich beunruhigte. Dann wurde das Pferd gesattelt und auch vorgeritten. Mein erster Bick, wenn ich ein Pferd im Sattel beurteile, geht immer auf die Partie hinter dem Sattel – und da war tatsächlich eine Schwachstelle sichtbar. Jedes Mal, wenn sich die Reiterin beim Traben in den Sattel setzte – und sie tat es wirklich vorsichtig und ist auch weit weg von zu schwer für dieses Pferd – kam die Lendenwirbelsäule in ein Hohlkreuz, und das nicht nur ein bisschen, sondern sehr augenfällig. (Warum es so wichtig ist, gerade diese Partie hinter dem Sattel zu stabilisieren, könnt Ihr in dem Blog „Warum beim Reiten das untere Längsband so wichtig ist“ nachlesen.)

Bevor wir den Haflinger ins Training nahmen, kontrollierte ich die sogenannnten Shu Punkte – das sind Zustimmungspunkte am Blasenmeridian, der am Pferderücken entlangläuft. Ich bin also mit meiner Fingerkuppe den Blasenmeridian entlanggefahren und habe registriert, an welcher Stelle ein Zucken, ein Ausweichen oder auch ein Zittern spürbar wurde. Diese Punkte sind dann empfindlich und deuten auf eine Schwachstelle hin.

Ich gebe zu: Ich habe mir diese Punkte notiert und mich zu Hause zu meinem TCM Atlas gesetzt, um genau nachzulesen, welche Funktionen mit welchem Punkt verbunden sind. Ich weiß, wer im TCM-Bereich agiert, sollte sie eigentlich im Kopf haben – aber das ist echt eine Lücke von mir. Immerhin weiß ich, wo ich nachschauen kann … (Ihr kennt sicher, das Zitat von Albert Einstein: „Wissen heißt wissen, wo es geschrieben steht.“)

In der weiteren Trainingseinheit wurde sehr darauf geachtet, dass der hintere Rücken stabil blieb und nicht in ein Hohlkreuz kam. Wir wollen Bewegung im Rücken, aber kein Nach-unten-Sinken, sondern – wie es schon oft beschrieben wurde – eine Bananenkrümmung nach oben 12. Kritikern unter Euch gebe ich übrigens sofort Recht, wenn sie jetzt anmerken, dass in beide Richtungen übertrieben werden kann – völlig korrekt!

Für die unter Euch , die genau wissen wollen, wie wir das angegangen sind: Wir machten uns den ,Seilzugmechanismus‘ des Nacken- und Rückenbandes zunutze und konnten durch eine tiefere Kopfhaltung den hinteren Rücken stabilisieren (siehe dazu wieder den Blog „Ursachen und Folgen von Magenproblemen beim Pferd“).

Zu Hause angekommen, eruierte ich gleich die Punkte – und war echt von den Socken: Denn die Punkte ergaben -Schwäche/ Schmerzen im hinteren Rücken und bei einem Punkt stand: „Reguliert ausgleichend den Dickdarm“. Wer sich mit Kotwasser schon näher auseinandergesetzt hat, weiß, dass die Flüssigkeit des Kots im Dickdarm reguliert wird.

Ganz ehrlich – ich war sehr berührt von dieser Erfahrung und mir ist noch mehr bewusst geworden, dass korrektes Training für den ganzen Körper gut ist,

 

 

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