Sitzananalyse
Gundula Lorenz mit ihrem Pferd Fabiola
Gundula's Pferd Chicco
Gundula's Pferd Fabiola
Gundula's Pferd Chicco & Gundula

Einssein mit dem Pferd

Was ist das Schönste, das Berührendste, wenn man einen Menschen mit seinem Pferd sieht? Zweifellos ist es das, was man eigentlich nicht sehen kann – das unsichtbare Band zwischen den beiden, die Achtung und der Respekt zwischen Mensch und Tier, die liebevollen Blicke, wenn das Pferd Partner und Freund ist und nicht Marionette und Untertan.

Das ist es, wovon wir alle träumen – der Wunsch vom Einssein mit dem Pferd. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass der Weg zu diesem tiefen Einverständnis alles andere als einfach sein kann.

Ihr kennt aus meinen anderen Blogs Geschichten von meiner Stute Fabiola. Während ich meine Ausbildungen in Deutschland absolvierte, war sie in Beritt. Der war jedoch ganz anders, als ich ihn mir vorgestellt hatte – und endete in einem körperlichen und auch mentalen Desaster meiner Stute.  und nicht nur das – auch mein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten war erschüttert, ich musste lernen, mein Kopfkino in den Griff zu bekommen und einen neuen Draht zu meinem Pferd zu finden.

Es kam Gott sei Dank der Punkt, wo ich mich von diesen Leuten trennte. Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich nicht nur ihren Körper formen musste, sondern auch ihr Mindset. Denn wie jeder weiß, Kopf und Körper beeinflussen sich gegenseitig. Und dazu kommt noch, dass das Pferd ein Fluchttier ist – d.h. Aufregung spiegelt sich in einer ganz bestimmten Körperform – Kopf hoch, Rücken etwas durchgedrückt, Schweif hoch und alles für die Flucht mobilisieren und genau diese Haltung wollen wir gar nicht unter dem Sattel! Denn da ist körperlicher Verschleiß vorprogrammiert.

Im Grunde waren wir auf einem gutem Weg – sie entwickelte sich immer besser – sowohl im Körper als auch im Kopf. Doch irgendwie hatte ich das dumpfe Gefühl, dass noch ein letzter Puzzlestein fehlt. Ich musste der Wahrheit ins Auge schauen: Ich hatte im Sattel das Vertrauen in mich verloren! Ja, ihr hört richtig, und ich habe lange gezögert, es so ehrlich und offen zu schreiben. Aber vielleicht kann ich durch diese Zeilen auch anderen, die in einer ähnlichen Situation sind, Mut machen und einen Weg weisen.

Ihr alle kennt wahrscheinlich Mentaltraining: Es ist echt genial, dass dieses Training zusehends auch im Pferdesport Einzug hält – und auch ich hab einiges davon ausprobiert! Nach neueren Forschungen wissen wir jedoch, dass Mentaltraining nur die halbe Wahrheit ist. Denn es wirkt nur auf den Kopf, und damit nur auf Erinnerungen (egal ob aus dem Pferdebereich oder im sonstigen Leben) , die wir in unseren Gehirnzellen abgelegt haben. Für mich war das dieser verhängnisvolle ,Glaubenssatz‘, den ich so oft gehört hatte und der in meinem Unterbewusstsein herumspukte: „Diese Stute wirst Du nie richtig reiten können, die ist viel zu sensibel und zu schwierig für Dich…..“

Da wir als Menschen in gewissem Sinne „elektro-magnetische“ Wesen sind, speichert unser Körper unsere Sinneswahrnehmungen nicht nur in unserem Gehirn, sondern auch in unserem Zellgedächnis ab.
Aus diesem Grund braucht es also nicht nur eine passende Schwingungsfrequenz in deinem Hirn-, sondern auch in deinem Herzfeld, damit die ganze Mindset-Arbeit – die so enorm wichtig ist – auch nachhaltig Wirkung zeigen kann! Ganz einfach ausgedrückt: Positive Gefühle im Herzen heben die Schwingungsfrequenz.

Nur so als Vergleich: Das Herzsignal im EKG ist bis zu 60x stärker als das elektrische Signal des Gehirns. Und das magnetische Feld des Herzens ist bis zu 5000x stärker als das Feld des Gehirns. Es ist der kraftstrotzende Motor unseres gesamten Organismus – mit machtvollem Einfluss auch auf unsere Psyche.

Immer wieder lesen wir, wie schnell Pferde uns einschätzen können, wie sensibel sie unsere Gefühle wahrnehmen – oft viel besser als wir selbst. Also könnt ihr Euch auch vorstellen, was so ein eingebrannter Satz mit einem macht und wie er unsere Verbindung zum Pferd vergiften kann.
Erst, wenn man derart verhängnisvolle ,Glaubenssätze‘ wie den zuvor zitierten (die nicht einmal von einem selbst kommen, sondern meistens aus der Umgebung stammen) loslässt und vollständig überwindet, steht einer innigen Verbindung mit seinem Pferd, wie sie mir glücklicherweise gelungen ist, nichts mehr im Weg. Dazu gehört auch eine gemeinsame Sprache am Boden und im Sattel dazu – aber davon an anderer Stelle mehr.

Bevor Ihr jetzt die Seite schließt, lasst mich noch ein großes Danke an Dr. Tuuli Tietze  (www.smartreiten.com) sagen, die mir diesen Weg gezeigt hat. Noch mehr freut es mich, in ihrem Team der Vorreiterinnen der neuen Pferdewelt mitwirken zu dürfen, um noch vielen Reiterninnen und Reitern zu einer innigen und verlässlichen Partnerschaft mit ihrem Pferd zu verhelfen bzw. sie auf dem Weg dorthin zu begleiten.

 

 

Ich bin für Euch erreichbar unter: